Der Gong
Für mich mehr als ein Instrument.
 
Er ist ein Raum,
der sich öffnet
weit, still, lebendig.
Jedes Mal anders, jedes Mal neu.

Ein Klang, der mich immer wieder nach innen führt.
Ich hätte nie gedacht, dass ich den Gong einmal spielen würde.
Und heute?
 
Heute lasse ich mich von ihm spielen.
Ich sitze davor – lauschend, offen, hingebungsvoll. Ich gebe mich dem hin, was gespielt werden möchte – und jedes Mal führt er mich in eine neue Begegnung mit mir selbst.
 
Der Gong ist längst mehr als ein Instrument. Er ist Spiegel. Raum. Erinnerung daran, dass Klang uns nicht nur berührt – sondern uns heimführt.
Vom Staunen zum Spiel


Dass ausgerechnet der Gong einmal mein Instrument werden würde, hätte ich nie gedacht, Mein erstes Kennenlernen war alles andere als angenehm. Ich erinnere mich noch genau: während Shavasana – plötzlich dieser Klang, diese Schwingungen, die mir den Atem nahmen. Es war, als würde sich ein unsichtbares Korsett um meinen Brustkorb legen, ich konnte nicht tief atmen und doch wusste ich: es wirkt. Der Gong trifft etwas – unmittelbar, körperlich, seelisch. Meine erste Begegnung mit dem Gong.

Eine ganze Zeit lang blieb es so. Wenn ich sah, dass nach einer Yogalektion der Gong gespielt werden würde, zog sich etwas in mir zusammen. Also übte ich, einfach damit zu sein, flach zu atmen und dem was war nicht auszuweichen.

Bis zu diesem Abend, während meiner Yogaferien auf Mallorca. Ein langes Gong-Klangbad, und plötzlich war er da – der Moment von surrender. Hingabe. Als würde sich in mir ein Fenster öffnen, ein Raum, den ich bis dahin nicht kannte. Weite. Leichtigkeit. Ein erstes tiefes, befreiendes Ausatmen.

Danach vergingen Jahre, in denen der Gong für mich eher am Rand blieb.

Bis zu diesem einen Erlebnis- das alles veränderte.

 

Mein erstes Gong-Klangbad, war mehr als Klang. Es war eine Reise, eine Heilung, bis tief in die Zellen. Ich kehrt zurück zu weiteren Klangbädern, wieder und wieder, und jedes Mal war es neu. Gigantisch.

Nach einem dieser Abende war es da – dieses eindeutige JA. Ganz klar in mir: Ja – ich möchte lernen, diesen Klang zu spielen. Ja – ich möchte dieses Instrument in mein Leben holen.

Ich schrieb den Gongspieler an. Ohne zu wissen, ob ich es mir leisten konnte und was ein Gong überhaupt kostet, fragte ich ihn, ob er mich unterrichten würde. Gut, dass ich diese Details im Vorfeld nicht gewusst habe, sonst hätte ich mich vermutlich davon abbringen lassen. Anyway.

Ein paar Wochen später, sass ich das erste Mal vor einem – meinem ersten Gong.

Ein einziger Klang kann Welten bewegen – zart, unaufhaltsam, erinnernd.
 
Ein Klang – und etwas in dir erwacht. Wenn du bereit bist zu lauschen, tritt ein.