Spirituelle Praktiken führen uns oft in Sphären, weit und lichtvoll – als würden wir den Schleier der Welt durchdringen.
„An der nächsten Haltestelle stieg ich aus und lief los. Ich wusste nicht wohin – nur, dass ich nicht zurück nach Hause konnte. Alles in mir war noch weit, lichtvoll – und gleichzeitig verloren. Wie findet man den Weg zurück, wenn man schon so weit abgehoben ist?“
Während meiner Kundalini Yoga Lehrerinnen-Ausbildung hatte ich eine Erfahrung, die meine Praxis und mein Verständnis für spirituelle Räume bis heute prägt.
Wir praktizierten eine Meditation, bei der ich – nicht nur im übertragenen Sinne – „abgehoben“ bin.
Ich hatte das Gefühl, in eine andere Dimension einzutauchen, jenseits von Raum und Zeit. Es war weit, lichtvoll, irgendwie überirdisch. Diese Erfahrung an sich ist sehr wertvoll, doch danach kam ich nicht wieder richtig zurück in die Welt.
Ich verliess nach der Meditation mit einer Freundin das Yogastudio. Normalerweise wäre ich einfach nach Hause gefahren, aber an diesem Abend wusste ich nicht, wohin mit mir – also stieg ich mit ihr in die Tram. Sie stieg bald aus, ich blieb sitzen, innerlich geführt von dem Gefühl: Ich bin
noch nicht bereit, nach Hause zu gehen.
Ich lief Richtung See, dann über einen überfüllten Weihnachtsmarkt – viel zu viele Eindrücke für meinen Zustand. Ich suchte mir ein ruhiges Restaurant, wo ich allein essen konnte, ohne sprechen zu müssen. Dann rief ich eine Freundin an – ich brauchte Verbindung, ein Stück Erdung. Sie hatte
Verständnis für meine Situation und meinte nur: „Jetzt weisst, wie es mir immer geht.“
Später ging ich nach Hause, machte die Wäsche, räumte auf, organisierte Kleinigkeiten – die Wohnung war selten so aufgeräumt. Stück für Stück spürte ich mich wieder, nach etwa fünf Stunden war ich wieder ganz da. Ich war erschöpft – und dankbar.
Dankbar, weil mein Körper und meine Intuition mich geführt haben, obwohl mein Verstand nicht wusste, was los war. Ich hatte unbewusst genau das getan, was mir geholfen hat, wieder zu landen.
Diese Erfahrung hat mich tief gelehrt, wie wichtig Erdung ist – besonders nach intensiven spirituellen Praktiken. Denn Erwachen ohne Erdung kann uns aus der Bahn werfen. Darum geht es nicht: nicht darum, diesem Leben zu entfliehen, sondern das, was wir in anderen Sphären erfahren, zu integrieren, zu verkörpern, mitzunehmen in unser gelebtes Leben.
Heute achte ich sehr bewusst darauf, mich selbst zu erden – und auch die Menschen, mit denen ich arbeite. Manchmal reicht es, einfach am Boden zu liegen, tief in den Bauch zu atmen, die Erde zu spüren. Oder zu gehen. Etwas zu essen. Eine Verbindung zu schaffen. Oder eben: die Wäsche zu
machen.
Was zählt, ist, dass wir zurückkehren. Denn all das Licht, das wir in anderen Dimensionen berühren, bedeutet nichts, wenn wir es nicht mitnehmen können – in unseren Körper, in unseren Alltag, in dieses Leben.
✨ Hast du auch schon solche Erfahrungen gemacht?
Von Herzen
Birgit

Wenn dich meine Erfahrungen mit spirituellen Höhen und dem Zurückfinden ins Hier und Jetzt berühren, möchte ich dir etwas Besonderes schenken: das 17. Lied aus meiner persönlichen Playlist. Ein Stück, das mich begleitet hat, wenn ich nach intensiven Erfahrungen wieder in meinen
eigenen Rhythmus zurückfand, mich erdete und spürte, was wirklich in mir lebendig ist.
Du erhältst es, wenn du dich für meinen Newsletter einträgst — ein Raum voller Reflexionen, Musik und sanfter Einladungen, dich immer wieder zu dir selbst zurückzuführen.
Möge dieses Lied dich daran erinnern, innezuhalten, zu atmen, dich zu erden und die Kraft deiner eigenen Präsenz zu spüren.
